Die Klarheit
Die Klarheit,
[
1607-1608] plur. inus. die Eigenschaft
eines Dinges, nach welcher es klar ist. 1. In Absicht des Gehöres. Die Klarheit
der Stimme, eines Schalles, die Eigenschaft, nach welcher man ihn von allen
andern unterscheiden kann. Ingleichen in einem andern Verstande, die feine
Beschaffenheit der Stimme. Wie auch figürlich, die Eigenschaft einer Sache, da
sie bestimmt, deutlich, und keinen Zweifeln unterworfen ist. Die Klarheit eines
Satzes, einer Antwort, eines Ausspruches u. s. f. Die Klarheit eines Begriffes,
in der Logik, die Eigenschaft, nach welcher er hinreicht, die Sache von allen
andern zu unterscheiden. 2. In Absicht des Gesichtes. 1) Eigentlich, in der
ersten und zweyten Bedeutung des Beywortes für Licht, heller Glanz; eine in der
Deutschen Bibel sehr übliche Bedeutung, welche auch außer derselben noch nicht
ganz veraltet ist. Eine andere Klarheit hat die Sonne, eine andere Klarheit hat
der Mond, eine andere Klarheit haben die Sterne, denn ein Stern übertrifft den
andern nach der Klarheit, 1 Cor. 15, 41. Die Klarheit des Herrn leuchtet um
sie, Luc. 2, 9. Als ich aber vor Klarheit des Lichts nicht sehen konnte,
Apostelg. 22, 11. In gewöhnlicherer Bedeutung, die Durchsichtigkeit, so fern
sie von der Anwesenheit fremdartiger Theile nicht gehindert wird. Die Klarheit
eines Glases, des Wassers, des Weines. 2) Figürlich, wo es besonders für
Feinheit, zarte Beschaffenheit der Fäden, des Gewebes, einer Schrift u. s. f.
häufig gebraucht wird.