1. Die Klafter
1. Die Klafter,
[
1595-1596] plur. die -n, ein Längenmaß,
so lang, als eine Person mit beyden ausgespannten Armen greifen kann, welches
ungefähr sechs Pariser Fuß beträgt. So werden in der Seefahrt die Längen der
Seile und Taue, und im gemeinen Leben verschiedene andere Arten der Längen nach
Klaftern gerechnet. Besonders ist es ein Maß des Scheitholzes, ein solcher Stoß
oder aufgesetzter Haufen dieses Holzes, welcher eine Klafter hoch und eine
Klafter breit ist. Ein solcher Stoß wird an andern Orten ein Schragen, eine
Malter, ein Seidel, ein Maß, und in Niedersachsen auch ein Faden, ein Keep,
Reif, genannt. In Bern ist die Klafter so viel als eine Nuthe. Anm. In einigen
Oberdeutschen Gegenden Klufter, im Bergbaue Lachter, welches eben dieses Wort
ist, aus welchem durch Übergang des mittelsten Hauchlautes in den Blaselaut und
durch vorgesetzten Gaumenlaut Klafter geworden. Schon in dem alten Gedichte auf
den heil. Anno ist Lafteri ein Längenmaß von sechs Fuß. So wie Faden in dieser
Bedeutung von fahen, umspannen ist, so ist auch Klafter von dem veralteten
klaffen, umgreifen, (
S. Klaffen 2. und Klaue.) Im Oberdeutschen ist es auch
ungewissen Geschlechtes, das Klafter. Mit Zahlwörtern bleibt es wie andere
Wörter dieser Art im Plural unverändert. Sechs Klafter, nicht Klaftern.
S. Klaftern.