Die Hoffart
Die Hoffart,
[
1237-1238] plur. inus. die ungeordnete
Fertigkeit, seine Urtheile von seinen eigenen Vorzügen im Äußern an den Tag zu
legen; eine Folge des Hochmuthes. Der Hoffart ergeben seyn. Hoffart mit etwas
treiben, im gemeinen Leben. In engerer Bedeutung ist es die Bemühung, das
eigene Urtheil von seinen Vorzügen durch Kleider an den Tag zu legen. Sprichw.
Hoffart muß Zwang leiden. Hoffart und Armuth halten übel Haus. Anm. In den
Schriften der ältern Zeiten Hohuart, Hochvart. Der überhebt in Hochfart sich,
Theuerd. Kap. 115; ungeachtet es daselbst auch einige Mahl Hoffart lautet. Im
Nieders. Hofaart, Hoverdije, Schwed Högfard. Einige leiten dieses Wort von
Hof-Art her, Gottsched auf eine ihm eigene Weise von de hoffenden Art, wobey er
wohl selbst nichts gedacht haben kann; Wachter und Frisch mit mehreren Rechte
von hoch und fahren, besonders von der R. A. hoch herfahren, hoch daher fahren,
welche ehedem sehr gebraucht wurde, ein Gepräge im Äußern zu bezeichnen, und
noch in der Deutschen Bibel in gutem Verstande vorkommt, für, im äußern
Ansehen, im äußern Wohlstande leben; womit sich auch des Ihre Meynung verbinden
lässet, welcher die Sylbe fart nicht zunächst von fahren, sondern von dem
Angels. Ferth und Isländ. Vaer, das Gemüth, ableitet, (
S. Fertig und Leichtfertig,) nach welcher Ableitung aber
Hoffart mit Hochmuth einerley, und wider den Deutschen Sprachgebrauch seyn
würde. Die fast allgemeine Schreibart der Alten, welche in der ersten Sylbe
dieses und des folgenden Wortes durchgängig ein ch haben, setzen die Abstammung
der ersten Sylbe von hoch außer Zweifel, in welches das ch erst in den spätern
Zeiten um des Wohlklanges willen in ein f verwandelt worden.