Die Hode
Die Hode,
[
1231-1232] plur. die -n, die rundlichen
aus vielen zusammen gewickelten Gefäßen bestehenden Samenbehältnisse bey dem
männlichen Geschlechte der Menschen und Thiere; mit einem ungewöhnlichen
Ausdrucke die Geilen, die Geburtsgeilen, in den niedrigen Sprecharten die
Klöße, Lat. Testes, Testiculi. Einem Thiere die Hoden ausschneiden, es
castrieren. Anm. Schon bey dem Raban Maurus im achten Jahrhunderte Hodon. Ihre
leitet es von dem Schwed. Kudde, ein Sack, eine Tasche, her, welches zu unserem
Kutte gehöret,
S. dasselbe. Allein alsdann müßte der Hodensack, welcher
im Schwed Kudde heißt, eigentlich den Nahmen der Hode führen, welches doch
nicht ist. Vermuthlich hat die erhabene rundliche Gestalt dieser Theile auch zu
dieser, so wie zu den meisten übrigen Benennungen Anlaß gegeben, und da wurde
dieses Wort zu ha, hoch, Isländ. hatt, und Haupt, Nieders. Höd, gehören. Im
Oberdeutschen ist dieses Wort männlichen Geschlechtes, de Hoden, des -s. Eben
daselbst wurden sie ehedem auch Heckdrüsen genannt,
S. dieses Wort, ingleichen Gleichlinge.