Gesittet
Gesittet,
[
629-630] -er, -ste, adj. et adv.
welches eigentlich das Mittelwort des ungewöhnlichen Zeitwortes sitten oder
gesitten ist, gewisse Sitten an sich haben. Ein wohl gesitteter junger Mensch.
Er ist sehr übel gesittet, hat schlechte Sitten an sich. In engerer Bedeutung
für wohl gesinet, im Gegensatze des ungesittet; im Oberd. sittig, sittsälig.
Ein gesitteter Mensch, dessen gesellschaftliches Verhalten den Gesetzen des
Wohlstandes gemäß ist. Sich gesittet betragen. Gesittete Völker, im Gegensatze
barbarischer.
S. Sitre. Das Zeitwort siton kommt für pflegen, gewohnt
seyn, bey dem Ottfried und Notker häufig vor.