3. Die Galle
3. Die Galle,
[
393-394] plur. die -n, eine im gemeinen
Leben übliche Benennung verschiedener Arten von Feuchtigkeit, und deren
Zusammenflusses. 1) Nasse Stellen auf den Äckern, besonders wenn sie von
kleinen Quellen herkommen, werden in der Landwirthschaft Gallen, Ackergallen
oder Wassergallen, imgleichen Springstagen, Quellgründe genannt. 2) Hierher
scheinet auch die Glasgalle zu gehören, worunter man den weißen flüssigen
Schaum verstehet, welcher sich in den Glastöpfen von dem geschmelzten Glase
scheidet. Anm. In der Bedeutung einer Quelle oder eines feuchten Ortes ist
dieses Wort gleichfalls sehr alt. Schon im Hebr. ist -
hier
nichtlateinischer Text, siehe Image - und -
hier nichtlateinischer
Text, siehe Image - so wohl eine Quelle, als auch eine Welle. Im Alban.
bedeutet Ggjoll einen Sumpf. Pictorius gebraucht Güllen von einer Pfütze, und
Mistgüllen von einer Mistpfütze. Steingalle ist bey ihm die Feuchtigkeit,
welche aus den Steinen tröpfelt; güllachtig und wassergällig, sumpfig. Gähl
bedeutet um Bremen einen niedrigen mit Buschwerk bepflanzten Grund, durch
welchen ein Wasserlauf geht.
S. Gölle, Quelle, welches genau mit diesem Worte
verwandt ist, und Welle. Im Alemann. Gesetze ist Gall, und im Franz. la Galle,
die Krätze, vermuthlich um der damit verbundenen Nässe willen.