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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

Der Franzwein | | Fräßig

Der Fraß

Der Fraß, [267-268] des -es, plur. die -e, von dem Zeitworte fressen, in den niedrigen Sprecharten. 1) Die Handlung des Fressens, ohne Plural, und von dem Fressen der Thiere. Der Hund hat einen guten Fraß, bey den Jägern, wenn er stark frißt. 2) Die Neigung zum Fressen, d. i. zum unmäßigen Essen, auch ohne Plural. Dem Fraße ergeben seyn. Voll Raubes und Fraßes seyn, Matth. 23, 25. 3) Dasjenige, was gefressen wird, gleichfalls ohne Plural; eigentlich nur von der Nahrung der Thiere. Auf den Fraß ausgehen, seine Nahrung suchen, von den wilden Thieren, bey den Jägern.
Sohle dir ferner Papageyen zum leckernen Fraß, Zachar.
Daher der Fraßtrog, der Fraßzuber u. s. f. im gemeinen Leben und bey den Jägern, Gefäße worin den Hunden ihre Speise vorgesetzt und zubereitet wird. Im verächtlichen Verstande auch von menschlichen Speisen. Das ist ein abscheulicher Fraß. 4) Ein Thier, welches frißt, doch nur in den Zusammensetzungen Vielfraß, Bienenfraß. Ein unsättiger Fraß, Sir. 31, 29, 23, Kap. 37, 33, d. i. ein gefräßiger Mensch, ist im Hochdeutschen veraltet.
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