Eingedenk
, adv. welches den Genitiv der Sache erfordert, im Andenken, im
Gedächtnisse behaltend; am häufigsten mit dem Verbo seyn. Einer Sache
eingedenk seyn, sie im Andenken behalten, im Gegensatze des Vergessens. Sey
meiner eingedenk. Seiner Zusage eingedenk seyn. Im Oberdeutschen gebraucht man
es auch mit dem Verbo werden, einer Sache eingedenk werden, sich derselben
erinnern. Eines eingedenk leben, für seyn, kommt nur noch zuweilen im
Hochdeutschen vor.Anm. Eingedenk fängt an im Hochdeutschen zu veralten.
Die Sprachlehrer nennen es gemeiniglich ein unabänderliches Adjectiv,
welches nur in der ersten und vierten Endung gebraucht wird. Warum nicht lieber
geradezu ein Adverbium, da es doch nicht mit Substantiven, wohl aber mit Verbis
verbunden wird? Die Niedersachsen gebrauchen statt dessen indächtig und
gedächtig, Opitz indenk, und Luther in der Deutschen Bibel eindenken und
eindächtig;
S. die beyden letzten Wörter. [
1701-1702]