Eilf
, eine Grundzahl, welche die nächste Zahl nach zehen ist,
und in allen Fällen unverändert bleibet, sie mag den Artikel oder das
Vorwort vor sich, und das Hauptwort nach sich haben, oder nicht. Die eilf
Männer, Frauen, Häuser u. s. f. Ich komme um eilf Uhr. Es waren ihrer
eilf. Nur alsdann, wenn es ohne Hauptwort stehet, und ein Wort vorher gehet,
welches die dritte oder sechste Endung erfordert, nimmt es nach dem Beyspiele
anderer Grundzahlen am Ende ein en an. Er kam noch vor eilfen, d. i. vor eilf
Uhr. Und sie gingen wieder vom Grabe und verkündigten das alles den
Eilfen, Luc. 24, 9. Da trat Petrus auf mir den Eilfen, Apostelg. 2, 14. Einige
hängen in diesem Falle auch den übrigen Endungen ein e an. Da die
Eilfe zu Tische saßen, Marc. 16, 14. Und standen die [
1677-1678] Eilfe versammelt, Luc. 24, 33; wozu aber nicht der geringste Grund
vorhanden ist.Anm. Dieses Wort lautet in dem Salischen Gesetze anilaf, bey dem
Kero einilif, bey dem Tatian in der dritten Endung then einlivin, bey dem
Ottfried einlif. Die Sächsische und die verwandten Mundarten haben statt
des Doppellautes ein a, ä oder e, wie das Angels. aendlefen, endleof,
endlyfa, das Gothische andlefen, das Schwed. ellofwa, das Isländ. ellefu,
das Nieders. elf, olf, das Holl. elf, das Engl. eleven, das Dän. elleve.
Die Hochdeutschen haben in diesem Worte und dessen Ableitungen und
Zusammensetzungen von den Oberdeutschen die Schreibart, von den Niederdeutschen
aber die Aussprache behalten, indem sie es, wenigstens im gemeinen Leben, elf,
elfte, u. s. f. aussprechen. Es ist wohl sehr wahrscheinlich, daß dieses
Wort aus ein und dem alten leiben, Angels. lyfan, übrig bleiben, (
S. Bleiben,) Engl. to leave, übrig lassen, zusammen
gesetzet ist, und eigentlich eins über zehen, so wie zwölf zwey
über zehen, bedeutet. Im Wendischen heißt diese Zahl enaist, d. i.
einzehen. [
1679-1680]