Die Britsche
, oder Pritsche, plur. die -n, ein breites Bret zum Schlagen,
und in einigen Fällen auch zu einem andern Gebrauche. 1) Zum Schlagen, da
dieses Wort im gemeinen Leben verschiedenen breiten, gemeiniglich
hölzernen Werkzeugen gegeben wird, womit man schläget, und welche bey
ihrem Gebrauche einen Schall verursachen, der dem Worte Britsche nahe kommt.
Dahin gehöret, die Britsche, oder das klappernde Bret, der lustigen Person
in Komödien, und bey andern Feyerlichkeiten, die Anwesenden damit vor den
Hintern zu schlagen; das breite schwere Holz, den Herd in den
Schmelzhütten und die Lehmtennen in den Scheuern damit fest und eben zu
schlagen, welches in der Landwirthschaft auch wohl eine Patsche heißt; der
hölzerne Hammer in den Hüttenwerken, die Kupferscheiben damit platt
zu schlagen; das flappernde Bret in den Reitschulen von drey oder vier
Blättern, den Pferden bey den doppelten Courberten damit die Hülfe zu
geben, u. s. f. Einem die Britsche geben, im gemeinen Leben, ihn vor den
Hintern schlagen, ingleichen auch einer verächtlichen Figur, ihn aus dem
Hause, aus einem Dienste jagen. So auch, die Britsche bekommen. 2) Auch zu
andern Arten des Gebrauches, vielleicht wegen einer Ähnlichkeit mit dem
vorigen. So heißt das Bret hinten an den Rennschlitten welches zu einem
Sitze dienet, eine Britsche. Eben diesen Nahmen führen auch die Englischen
ganz glatten und ebenen Sättel für die Courier und [
1199-1200] Jäg er, welche ganz von Leder sind. In den
Wachstuben, Backstuben, Mühlen u. s. f. die Britsche die breite
hölzerne Lagerstatt, welche oben gemeiniglich höher als unten ist. in
der Geschützkunst ist es eine erhabene Stückbettung, wovon man
über Bank schießet, und in der Windbüchse ist die Britsche, ein
vierecktes Stück Stahl, welches zwischen dem Schloßbleche und der
Studel um eine Schraube beweglich ist, und die Stelle bekleidet, welche in den
übrigen Büchsen die Schlagfeder einnimmt.Anm. Im Nieders. lautet
dieses Wort Britze, im Holländ. Bridse, im Dän. Brix. Es scheinet,
daß der Schall, welchen eine Britsche verursachet, wenn damit geschlagen
wird, zu diesem Worte Anlaß gegeben, obgleich andere das Wort Bret als das
Stammwort angenommen haben.
S. das folgende. Die Oberdeutsche Mundart spricht dieses
Wort mit einem P aus, Pritsche. Ist das Wort, wie es scheinet, eine
Onomatopöie, so ist es gleichgültig, welchen Buchstaben man
wählet, indem es bloß darauf ankommt, ob man sich den Anfang des
dadurch ausgedruckten Schalles härter oder gelinder denkt. [
1201-1202]