Die Bachbunge
, plur. die -n, ein Nahme, welchen man im gemeinen Leben zwey
Pflanzen beyleget, welche Linne beyde zu den Arten des Ehrenpreises rechnet.
Die erste heißt bey ihm Veronica Beccabunga, ist eine sehr saftige Pflanze
und hat rundliche, fette, saftige und eingekerbte Blätter, fast wie die
Bohnen. Die andere, Veronica Anagallis, hat lanzettförmige
eingezähnte Blätter, und wird sonst auch Wassergauchheil genannt.
Beyde Arten haben blaue Blumen, wachsen in rinnenden Wasser, welche im Winter
nicht zufrieren, und werden im gemeinen Leben oft mit der Brunnenkresse
verwechselt. Wie sanft rieselst du vorüber, kleine Quelle, durch die
Wasserkresse, und durch die Bachbungen, die ihre blaue Blumen empor tragen!
Geßner.Anm. Diese Pflanze heißt bey den ältern
Kräuterkennern Beccabunga, und Baccabunga, ein Nahme, welcher unstreitig
aus dem Deutschen gemacht worden. Was aber Bunge in demselben bedeutet, ist so
ausgemacht noch nicht. Bunge bedeutet im Niedersächsischen eine Trommel;
Bunge, Pinge, ist bey den Bergleuten die Grube von einem eingefallenen
Schachte; das Schwed. bunga, bedeutet schlagen, binge, einen Hügel, und
bunke, ein Geschwür. Keines von diesen Wörtern schicket sich hierher.
Vermuthlich ist Bunge eine verderbte Aussprache von Bohne; indem die
Blätter der ersten Art Bachbungen den Bohnenblättern ziemlich gleich
sehen, daher auch einige Neuere den Nahmen Bachbohne wieder einzuführen
gesucht. Im Dänischen und Norwegischen heißt diese Pflanze Vandarve
und Ledmyge. [
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