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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Die Waare

, [1317-1318] plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, eine jede bewegliche leblose Sache, so fern sie ein Gegenstand des Handels ist, d. i. verkauft und gekauft wird. Am häufigsten gebraucht man es von solchen Gegenständen, welche durch die Kunst hervor gebracht sind. Hölzerne Waare, Eisenwaare, baumwollene, seidene Waaren. Aber auch oft von bloßen Erzeugnissen. Grüne Waare, Gartengewächse, als ein Gegenstand des Handels. In Westphalen heißen alle Erzeugnisse des Bodens Waare, daher man daselbst Erdwaare und Holzwaare hat. Sprichw. Jeder Kramer lobt seine Waare; gute Waare rühmt sich selbst; gute Worte verkaufen böse Waare. Anm. Im Niederdeutschen und Englischen gleichfalls Ware, im Schwedischen und Isländischen wara. Die Abstammung und erste Bedeutung dieses vermuthlich sehr alten Wortes lässet sich nur errathen. Im Isländischen ist noch das Verbum werja, verkaufen, üblich. Das doppelte a ist nicht so wohl ein Zeichen der Dehnung, welches hier überflüssig scheinen könnte, weil der folgende einfache Consonant dieselbe schon hinlänglich bezeichnet, und da, wo sie noch besonders angedeutet werden soll, das h eingeführet ist; sondern vielmehr ein bloßes Hülfsmittel, diesem Worte, als dem Ausdrucke eines vollständigen sehr bestimmten Begriffes, ein wenig mehr Körper zu geben, welches besonders zu der Zeit nöthig scheinen konnte, da das e am Ende nur selten mit ausgedruckt wurde; die Waare für das ehemahlige die War. Jetzt, da das Ende e allgemein üblich ist, und dem Worte schon körperlichen Umfang genug gibt, könnte man es hier freylich eben so gut entbehren, als in Wage, und anderen ähnlichen.
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