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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Die Sulze

, [499-500] plur. die -n, ein im Hochdeutschen nicht durchgängig bekanntes Wort. 1. Eine Salzlecke wird in vielen Gegenden eine Sulze genannt, es sey nun die mit Salz vermengte Masse, woran das Vieh oder Wild leckt, oder auch der Ort, wo man ihnen dieselbe hinstellet. Daher ist alsdann das Wild sulzen, es durch solche Salzlecken anlocken, um es zu fangen oder zu schießen. 2. Ein Salzwerk, d. i. eine Anstalt, wo Salz aus Sohle gesotten wird, heißt in manchen Gegenden eine Sulze oder Sülze, da denn die Arbeiter in einer solchen Anstalt, welche im Saalkreise Halloren heißen, daselbst Sülzer, und ihr Vorgesetzter der Sulzmeister genannt werden. 3. Eine salzige zusammen geronnene Brühe z. B. die erkaltete Fischbrühe; in weiterer Bedeutung, auch eine jede geronnene durchsichtige zitternde Substanz, welche man aus thierischen und vegetabilischen Körpern mit Wasser ausziehet und von der überflüßigen Feuchtigkeit befreyet, vermuthlich wegen der Ähnlichkeit mit einer solchen geronnenen salzigen Brühe; die Gallerte, welches Wort im Hochdeutschen üblicher ist. 4. In einigen Gegenden heißt alles, was in Salzbrühe oder Essig eingelegt wird Sulze oder Sülze, Nieders. Sulte, Schwed. Sylta; besonders ein gekochter von den Knochen abgelöseter und in einem Tuche gepreßter Schweinskopf, welcher hernach in Salzbrühe oder Essig verwahret, und im Hochdeutschen auch Preßkopf genannt wird. Es stammt von Salz her, S. dasselbe. [499-500]
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