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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Die Schnalle

, [1585-1586] plur. die -n, Diminutivum das Schnällchen. 1) Überhaupt, ein schnallendes Werkzeug, ein schnallendes Ding, wo es doch nur noch hin und wieder in einzelnen Fällen üblich ist. So wird die Klinke an einer Thür, weil sie mit einem ähnlichen Laute niederfällt, in Oberdeutschland die Schnalle oder Thüre schnalle genannt. An den Pressen der Buchdrucker ist die Schnalle eine eiserne Zunge, womit man das niederfallende Rähmchen überklammert. Die Klatschrosen werden wegen des schnallenden Lautes, welchen Knaben mit denselben hervor bringen, in vielen Gegenden Schnallen genannt. Ein Schneller oder Stüber, d. i. ein Stoß oder Schlag mit gebogenem und schnell nachgelassenem Finger, heißt in manchen Gegenden, eine Schnalle, ein Schnall, so wie man ein Schnippchen in einigen Oberdeutschen Gegenden einen Schnall oder Schnalzer nennt. 2) In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist die Schnalle ein metallenes Werkzeug mit einem beweglichen Dorne, gewisse Theile, besonders an den Kleidungsstücken, damit zu befestigen; vermuthlich weil bey der ersten Erfindung der niederfallende Dorn einen ähnlichen Laut erweckte. Die Halsschnalle, Gürtelschnalle, Schuhschnalle u. s. f. Bey den Jägern wird das weibliche Geburtsglied einer Hündinn und eines jeden Raubthieres so wohl die Schnalle, als die Nuß genannt, und bey einigen alten Schriftstellern kommt Nuschin, Niischel, für Schnalle, fibula, vor.
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