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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Die Saftröhre | Gehe zu Seite/Spalte:  | 1. Die Säge

Die Sage

, [1245-1246] plur. die -n, von dem Zeitworte sagen, was gesagt wird. 1) Im weitesten Verstande alles, was jemand sagt, wo es doch nur noch im gemeinen Leben von den Worten, dem Ausspruche u. s. f. gebraucht wird. Nicht bey einerley Sage bleiben, nicht einerley aussagen. Seiner Sage nach hätte er ihn nie gesehen. Wenn es seiner Sage nachgehet, so wird das nie geschehen. Vernehmt mein sag, Theuerd. was ich sage.
Du bist mein Vater selbst, (wird seine Sage seyn,) Opitz.
2) In engerer Bedeutung ist die Sage die mündliche Fortpflanzung einer geschehenen Begebenheit von mehrern, ohne Bestimmung ihrer Glaubwürdigkeit, bloß daß man sie sagt. Es gehet die Sage, daß der Hof verreiset sey. Es ist eine allgemeine Sage, daß hier ehedem ein Schloß gestanden hat. Der Sage nach hat hier ein Schloß gestanden. Die Sage kam je weiter aus von ihm, Luc. 5, 15. Es wird eine Sage und Sprichwort seyn, Habac. 3, 6. Wenn der Sage zu trauen ist. Sage setzet nicht so viele Mäuler voraus, als Gerücht und Ruf, ohne sie doch eben auszuschließen. Anm. Bey dem Ottfried und im Tatian Saga, wo es auch von einer Erzählung gebraucht wird, im Angels. Saga, im Nieders. Sagge, im Schwed. Saga, wo es auch die Geschichte, die glaubwürdige Erzählung einer geschehenen Sache bedeutet. In Aussage, Zusage, Ansage, u. s. f. ist es von einem weitern Umfange.
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