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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Der Säemann | Gehe zu Seite/Spalte:  | Das Säetuch

Säen

, [1243-1244] verb. reg. act. 1) Überhaupt, mit vollen Händen ausstreuen. Salz säen, Geld säen. 2) In engerer Bedeutung, den Samen ausstreuen. Möhren, Rüben, Gerste, Hafer, Weizen säen. Das Kraut säet sich selbst. Figürlich, in einigen Fällen, im Passivo, beysammen da seyn. Die Dörfer sind hier sehr dünne gesäet. Die Vorzüge sind bey ihm sehr dünne gesäet. Daher das Säen. So auch die Saat. Anm. Bey dem Notker sahen, im Tatian sauuen, im Nieders. saden, säen, saien, bey dem Ulphilas sajan, im Angels. sawan, im Engl. to sow, im Schwed. sa und sada, im Pohln. sieie, wo Siew die Saat ist, im Böhm. syti, bey den Krainerischen Wenden sejem, bey den ältern Lateinern sao und seo, ich säe, wovon noch sevi in serere ist, daher Seia, die Göttinn der Saat. Es ahmet den Laut genau nach, welcher mit der Ausstreuung des Samens und ähnlicher Dinge verbunden ist, daher man sich nicht wundern darf, daß man dieses Wort und seine Verwandten fast in allen Sprachen wieder findet. Im Oberdeutschen ist dafür, wenigstens in vielen Fällen, auch samen üblich; besamen für besäen, und Lohenstein gebraucht einsamen für einsäen.
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