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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Der Rabenstein

. [1767-1768] In der aus Sprichw. 26, 8 angeführten Stelle glaubt Herr Adelung in dem Worte Rabenstein eine besondere, sonst im Hochdeutschen ungewöhnliche Bedeutung suchen zu müssen, und er denkt sich dabey einen Steinhaufen, auf den die Raben sich setzen. Luther dachte sich vermuthlich keinen andern Rabenstein, als den Ort, wo die Missethäter abgethan werden, und der auch noch jetzt der Rabenstein heißt. Da die Juden jedoch ihre Missethäter gewöhnlich steinigten, so verträgt sich der Steinhaufen auch recht gut mit dem Rabenstein; denn die Raben werden den gesteinigten Juden unter den Steinen eben so gut hervorgesucht haben, als sie jetzt das Aas des Missethäters von dem gemauerten Rabenstein hohlen, worauf der Galgen gewöhnlich steht. Beyläufig lautet die obige Stelle in der Niedersächsischen Bibelübersetzung von 1579 folgender Maßen: "Wol einem Narren Ehre anlegt, dat ys gelik, alse wenn einer einen eddelen Steen up den Galgenberch wörpe." [1769-1770]
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