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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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1. Laden

1. Laden, [1863-1864] verb. irreg. act. du lädest, lädst, er lädet, lädt, besser ladest, ladet; Imperf. ich lud; Mittelwort geladen; Imperat. lade. Es wird in zwey dem Ansehen nach verschiedenen Bedeutungen gebraucht. 1) Schwere Körper zur Fortschaffung auf einen andern bringen. 1) Eigentlich. Die Waaren auf den Wagen, in das Schiff laden. Wasser auf das Kamehl, Holz auf den Esel laden. Abigail nahm zwey hundert Brote und zwey Lägel Weins - - und luds auf Esel, 1 Sam. 25, 18. Oft wird das Fuhrwerk oder fortschaffende Ding verschwiegen. Mist laden, Korn laden, Holz laden, nähmlich auf den Wagen. Steine laden, in das Schiff. Was hast du geladen? d. i. was für Waaren oder Lasten führest du auf deinem Fuhrwerke oder in deinem Schiffe? Der Schiffer hat Korn, der Fuhrmann hat Wein geladen, sie führen Korn oder Wein. Der Fuhrmann kann nicht mehr als zehn Zentner laden, auf seinen Wagen fortbringen. Ein geladener Wagen, besser ein beladener. 2) Figürlich, sich den Wirkungen einer beschwerlichen Sache, welches als eine Last angesehen wird, aussetzen. Jemandes Haß, Feindschaft auf sich laden.
Auf sich den Haß der Niedern laden, Dieß stürzet oft den größten Mann, Gell.
Daher die biblischen Ausdrücke, Sünde, eine Blutschuld, unschuldig Blut auf sich laden, sich der darauf gesetzten Strafe schuldig machen. 2. Von Feuergewehren, das zum Schusse gehörige Pulver und Bley in ein Gewehr bringen, wo es von allen Arten von Schießgewehren gebraucht wird. Eine Schlüsselbüchse, Pistole, Büchse, Flinte, Kanone, Mörser u. s. f. laden. Eine geladene Flinte, Kanone. Scharf laden, so wohl mit Pulver, als auch mit Bley, oder Kugeln. Blind laden, mit Pulver allein. Daher die Ladung, S. solches an seinem Orte besonders. Anm. Schon bey dem Ottfried und im Tatian laden, im Nieders. gleichfalls laden, im Holländ. laden, und zusammen gezogen laeyen, im Angels. ladan, hladan, im Engl. to load, im Pohln. laduje, im Dän. lässe, ( S. Last,) im Isländ. hlada, im Schwed. lada und ladda, im Finnischen ladan. Es laßt sich dieses Wort mit gleichem Rechte zu verschiedenen Stammbegriffen rechnen. Man kann den Begriff der Schwere, des Unangenehmen, für den ersten halten, und da würde es zu Leid, Last u. s. f. gehören. Siehet man zunächst auf den hohlen Raum, in welchen die Sachen geladen werden, so würde man es zu Lade rechnen müssen. Es lässet sich aber auch der Begriff des Aufhäufens mit in Anschlag bringen; denn im Schwed. ist lada auch aufhäufen, und Lad, Isländ. Hlad, ein Haufen, ( S. Kloß.) Allein, da der Begriff der Schwere mit diesem Worte unzertrennlich verbunden ist, so scheinet die erste Ableitung den Vorzug zu verdienen, ( S. Last.) In der zweyten Bedeutung, wo es von Feuergewehren gebraucht wird, verschwindet zwar der Begriff der Last; allein er kann doch ehedem da gewesen seyn. Laden stammet in derselben vermuthlich von der ehemahligen Art Krieg zu führen vor Erfindung des Pulvers her, wo man schwere Lasten vermittelst allerley Wurfzeuge in die Ferne warf, welche denn freylich in eigentlichem Verstande auf das Wurfzeug geladen werden mußten. S. Loth. [1865-1866]
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