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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Das Lackmuß

Das Lackmuß, [1861-1862] des -es, plur. inus. eine röthliche blaue Farbe, welche aus dem mit Kalk und Urin zubereiteten und hierauf getrockneten Safte der Lackmußpflanze, jetzt aber auch aus der Steinflechte verfertiget, und in großen langwürfeligen Stücken zu uns gebracht wird. Die Lackmußpflanze, Croton tinctorium L. Franz. Turnesol, ist in den wärmern Gegenden Europens einheimisch, und wird auch von einigen Krebskraut genannt. Lack bedeutet in dieser Zusammensetzung eine aus Pflanzen bereitete Farbe. Muß scheinet auf die Art der Zubereitung zu gehen, indem die Farbe, ehe sie getrocknet wird, zu einem Muße oder Breye gekocht werden muß. Im Latein. wird sie von einigen Locca musica genannt, welcher Ausdruck vermuthlich aus Unkunde der Bedeutung des Deutschen Nahmens entstanden ist. Im Franz. heißt die Farbe gleichfalls Tournesol.
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