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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Der Lackey

Der Lackey, [1861-1862] des -en, plur. die -en, ein geringer Livree-Bedienter zu Fuß, welcher vornehmlich zum Verschickten gebraucht wird. Anm. Wir haben dieses Wort so wie mehrere den Luxus betreffende Wörter von den Franzosen entlehnet, bey welchen Laquais eben diese Bedeutung hat. Indessen ist kein Zweifel, daß es von dem vorigen Zeitworte läcken, laufen, abstammet, und ehedem eigentlich einen Läufer bedeutet haben mag, bis es die nunmehrige Bedeutung eines geringen Bedienten zu Fuße erhalten hat. Im Ital. lautet dieses Wort Lache, wofür aber auch Staffiere, von ähnlicher Abstammung üblich. Auf gleiche Art nannten die ältern Deutschen einen solchen Bedienten zu Fuße Renner, welches noch im Hornegk vorkommt. Die Dänen und Schweden haben dieses Wort mit ihren eigenen Nachsylben gebildet, dagegen unser -ey, aus dem Franz. ais entstanden ist. Dort heißt ein Lackey Lakke, und hier ist Lackere ein verpflichteter Bothe, beyde von lacka, läcken, laufen. In der Lotharingischen gemeinen Mundart heißt ein Lackey Laquedrille. Fauchet de l'Origine des Armoiries B. 1, Kap. 1 versichert, daß man hundert Jahre vor ihm angefangen habe, die Bedienten zu Fuß Laquets zu nennen. In andern Sprachen ist das Wort weit älter. Im Baskischen ist Lacoya, und im Spanischen Lacajo, ein Diener. Selbst im Äthiopischen bedeutet Laki einen Bedienten, und Laaca schicken. [1861-1862]
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