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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Die Gahre

Die Gahre, [387-388] plur. inus. von dem folgenden Zeitworte gähren. 1) Der Zustand, da ein Körper gähret, besonders bey den Bäckern. Man muß dem Sauerteige die gehörige Zeit zur Gahre lassen. In den meisten übrigen Fällen ist das Wort die Gährung üblicher. 2) Der gehörige Grad der Gahre oder Gährung, den ein gährender Körper haben muß. Das Brot hat zu viel Gahre, wenn der Teig zu sehr gegangen ist. In einem etwas verschiedenen Verstande hat das Brot bey den Bäckern die Gahre herkommen, wenn es im Ofen gehörig aufgegangen ist, worauf es heraus gezogen, mit Wasser bestrichen, und dann erst gebacken wird. Auch von andern Körpern, welch durch eine Art von Gährung zubereitet werden. Der Tobak hat eine gute Gahre oder Göre. Da man diese aus dem Geruch erkennet, so wird Gahre, Nieders. Göre, auch von dem Geruche des Tobaks gebraucht. 3) Was die Gährung eines Körpers hervor bringet. In diesem Verstande werden die Bierhefen und der Sauerteig im gemeinen Leben mehrmahls die Gahre oder Gähre, in einem alten 1482 gedruckten Oberdeutschen Vocabulario die Gyre, und im Oberd. auch der Germ oder Görm genannt. In engerm Verstande verstehet man unter den Gahre oder Gohre, die Oberhefen oder Spundhefen des Bieres, zum Unterschiede von den Unterhefen oder Stellhefen. S. Gäscht, Gischt, und Guhr. [389-390]
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