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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Der Lumpzucker

Der Lumpzucker, [2155-2156] eine Art Brotzucker, oder Hutzucker, welche feiner ist, als der Bastardzucker, und gröber, als Melis. Der Lumpzucker hat seinen Nahmen keineswegs von dem Deutschen Worte Lumpen; denn es wäre nicht weniger kostspielig, als schmutzig, wenn man ihn (wie Herr Adelung meint) in Lumpen einwickeln wollte. Der Lumpzucker wird uns aus England zugeführt, und hat seinen Engl. Nahmen Lump-Sugar auch im Deutschen behalten. Er heißt Lump-Sugar, auch schlechtweg Lumps, weil er nie in ganzen Broten (Loaves) verpackt wird, sondern die Köpfe, oder spitzigen Enden der Brote werden abgeschlagen und zurück behalten, und nur die abgestumpften Bruchstücke (Lumps) werden versandt. Die Holländer nennen den Lumpzucker nicht Palmsuiker, sondern Lompen, Lomp-Suiker. Sie machen keinen Lumpzucker zum Versenden, und in Palmblätter können sie ihn auch nicht packen, weil man diese in Holland gar nicht hat.
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