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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Das Kamehl

Das Kamehl; [2149-2150] die Maschine, vermittelst welcher neugebaute Kriegsschiffe von den Werften nach den Kriegshäfen gebracht werden, wenn sich zwischen beyden untiefe Fährwasser befinden. Der Nahme Kamehl hat keine Beziehung auf die Gestalt der Maschine, sondern wird ihr nur figürlich beygelegt, vermuthlich, weil sie das Schiff über die Untiefen gleichsam fortträgt. Das Kamehl besteht aus zweyen Hälften, deren inwendige Seiten so gestaltet sind, daß sie an den Rumpf des Schiffs anschließen, wie die Form an den Guß. Wenn beyde Hälften das Schiff zwischen sich gefaßt haben, so bildet das Ganze zusammen einen großen viereckigen Kasten. Die Kamehle werden, vermittelst ihrer Zapfenlöcher, mit Wasser angefüllt, bis sie eben so tief im Wasser liegen, wie das Schiff, welches sie tragen sollen. Alsdann werden die Zapfenlöcher zugeschlagen; die beyden Hälfen des Kamehls werden hart an das Schiff angelegt, und vermittelst starker Taue, welche unter dem Kiel des Schiffes durchgehen, durch steifes Anziehen dieser Taue mit einander verbunden. Hierauf wird alles Wasser aus den Kamehlen wieder ausgepumpt; da sie denn sich selbst, nebst dem Schiffe, bis zur nöthigen Höhe über das Wasser emporheben.
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