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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Beydrehen

(bey der Seefahrt) ist nicht einerley mit beyliegen, oder beylegen. Es heißt auch nicht, das Schiff gegen den Wind drehen, sondern nur auf den Wind brassen; d. i. die Segel so stellen, daß einige den Wind von hinten empfangen. Dieses kann mit verschiedenen Segel geschehen. Auf dreymastigen Schiffen bedient man sich dazu gewöhnlich der beyden Marssegel und des Kreuzsegels. Man legt sich nehmlich mit dem Schiffe so, daß man den Wind gerade von der Seite hat. Das Vormarssegel wird alsdann voll gehalten (d. i. es empfängt den Seitenwind von hinten). Das große Marssegel und das Kreuzsegel aber werden back gebraßt, so daß sie den Wind von der Vorderseite fangen. Alle übrigen Segel werden aufgegeyet, und jene drey wirken einander dergestalt entgegen, daß das Schiff sich wenig oder gar nicht von der Stelle bewegt. [1999-2000]
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