Münchener DigitalisierungsZentrum - Digitale BibliothekBSB - Bayerische Staatsbibliothek

Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

Suche

Neue ausführliche Suche

Der Abstrich | Gehe zu Seite/Spalte:  | Abstriegeln

Abstricken

, verb. reg. act. 1) Von stricken, acu texere. (a) Durch Stricken leer machen. Eine Nadel abstricken. (b) Durch Stricken bezahlen. Eine Schuld abstricken. 2) * Von Strick, laqueus, gewaltsam berauben. Einem sein Vermögen abstricken, verkümmern. Einem Lande die Zufuhre, die Lebensmittel abstricken, abschneiden.
Hast alle Weg und Bahn Den Bothen abgestrickt, daß niemand für dich kann, Opitz.
Ich besorgte, daß durch solche Ankunft anderer mir meine Einsamkeit möchte abgestrickt werden, ebend. Eben derselbe übersetzt auch die Worte Grotii, Votaque mors rumpit, durch der Tod strickt alles ab. Daher die Abstrickung. [119-120] Anm. In dieser zweyten Bedeutung ist das Wort vornehmlich in Oberdeutschland üblich; allein es kommt in der Bedeutung des Verkümmerns auch zuweilen in der gerichtlichen Sprache anderer Gegenden vor. Haltaus hielt es für das Niedersächsische abstrecken, abziehen; allein es läßt sich ganz füglich von Strick ableiten. S. Strick und Verstricken. [121-122]
Der Abstrich | Gehe zu Seite/Spalte:  | Abstriegeln