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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Absterben

, verb. irreg. neutr. ( S. Sterben,) welches das Hülfswort seyn erfordert. Es bedeutet:1) So viel als das einfache sterben, indem die Partikel nur die Bedeutung verstärkt, versterben; und zwar, (a) eigentlich, wo aber nur der Infinitiv als ein Hauptwort üblich ist, und Statt des härtern Wortes Tod gebraucht wird. Vor meinem Absterben. Es ist die Pflicht unserer Freunde, bey unserm Absterben Thränen zu vergießen. (b) Figürlich, von den Gliedern und Theilen des menschlichen Leibes, fühllos werden, alle Empfindung verlieren, zum animalischen Leben nach und nach unbrauchbar werden. Der Aussatz nimmt den Gliedern mit der Zeit das Gefühl, bis sie endlich gar absterben. Ein abgestorbenes Glied. Der Unglückliche, dessen Leben unter einer schleichenden Krankheit allmählich abstirbt, Götze. Ingleichen von den Bäumen, verdorren, abstehen. Der Baum stirbt auf dem Stamme ab. Ein abgestorbener Baum. Wie auch in den Bergwerken von den Erzen. Die Erze sterben ab, nehmen ab, werden geringer. Ferner, alle Lebhaftigkeit verlieren. Handel und Wandel, alles ist abgestorben.2) Durch den Tod aller seiner Individuen beraubet werden, aussterben. Ein Kloster absterben lassen, die Mönche in dem Kloster. Dieses Haus wird bald absterben. Ein längst abge-storbenes Geschlecht. Ingleichen figürlich. Ein abgestorbener Wald.
Schon lange grünt uns nicht mehr der abgestorbene Wald, Der in die süßen Schatten uns rief, Zachar.
3) Durch den Tod von etwas getrennet werden, und zwar a) in eigentlicher Bedeutung. Seine Ältern sind ihm sehr früh abgestorben. Es ist mir an ihm ein sehr guter Freund abgestorben. b) Figürlich, sich auf immer von etwas trennen, im moralischen und theologischen Verstande, keine Empfindung mehr von und gegen etwas haben. Der Sünde, der Welt, den Wollüsten abgestorben seyn. Der Eitelkeit absterben. Welcher Mensch ist so sehr verloren, daß er schon aller Reue abgestorben sey: Dusch. [117-118]
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