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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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Der Abgrund

, des -es, plur. die -gründe. 1) Eigentlich im Gegensatze des Grundes, ein Ort der keinen Grund hat, oder sich doch schwer ergründen läßt, eine sehr große Tiefe, so wohl auf dem festen Lande, als in dem Wasser. Der Abgrund des Meeres, in einem Berge. Der Abgrund zwischen zwey Bergen, eine große Tiefe. 2) Figürlich. (a) Eine jede große Entfernung. Meine Seele war, trotz der Abgrunde, die uns trenneten, stets bey dir, Weiße. (b) Eine unbegreifliche Sache, bey welcher sich der Verstand im Nachdenken verlieret. So reden die Gottesgelehrten von einem Abgrunde der Güte und Liebe Gottes. (c) Eine fürchterliche Gefahr, ein augenscheinliches Verderben. An welchem Abgrunde stand ich! Dusch.
Ich schaudre, ja es liegt vor uns der Abgrund offen, Weiß.
Anm. Abgrund, Nieders. Dän. und Schwed. Afgrund, beym Ulphilas Afgrunditha, beym Kero, Ottfried und Notker Abcrunt und Abgrund, ist schon von den ältesten Zeiten an in der Bedeutung eines unergründlichen Ortes üblich gewesen. [49-50]
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